Der heilige Raum ohne Tür

Traum-News: Ist der heilige Raum ein Ort des Schreckens?

Der Raum, in dem Martina M. auf einem Stuhl saß, hatte keine Wände, keine Tür, kein Fenster, es war ein Raum, der ohne Anfang und ohne Ende zu sein schien. Martina M. stand auf, weil sie glaubte, zur Arbeit gehen zu müssen, aber es gab keinen Weg heraus aus der Leere. Es gab auch keine Uhr, die anzeigte, wie spät es war, es hätte Nacht sein können oder auch früher Morgen. Nur der Stuhl stand da. Sie wollte ihr Handy aus der Tasche ziehen, um festzustellen, wo sie war, aber sie fand es nicht.

Sie rannte los, irgendwo musste der Raum einen Ausgang haben, sie lief bis sie außer Atem war. Als sie sich umschaute, sah alles aus wie zuvor, und der Stuhl stand direkt vor ihr, als hätte sie sich keinen Meter von ihm wegbewegt.  Martina M. rief um Hilfe, aber keiner antwortete, keiner kam. Ihr wurde schwindelig, sie ließ sich auf den Stuhl fallen. Sie versuchte, sich daran zu erinnern, wie sie in diese Situation gekommen war, aber sie wusste es nicht. Irgendwo musste sie dringend hin, das spürte sie, vielleicht nicht zur Arbeit, aber irgendwohin musste sie, es gab etwas zu tun, dringend, sie durfte nicht mehr warten oder zögern. Jemand würde ihr schwere Vorwürfe machen, wenn sie es nicht tat. Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Laut sagte sie zu sich selbst: „Wenn ich jetzt meine Augen wieder öffne, wird etwas da sein, ich muss nur daran glauben, dass es eine Tür gibt, die dorthin führt, wo es für mich weitergeht.“

Es gab keine Tür. Wieder sprang sie auf, sie rannte im Kreis um den Stuhl herum, im Viereck, sie tanzte, sie sprang, als hätte sie einen Code finden müssen, der den Stuhl in eine Tür verwandeln würde. Oder musste sie nur ein paar Worte aneinanderreihen oder musste sie? Irgendetwas musste sie, das war gewiss.

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