Projekt am Nachbarschaftheim

Im vergangenen Jahr ging ein Fall von schwerem Kindesmissbrauch durch die Presse, eine Mutter und ihr Lebensgefährte boten ihren Sohn zur Vergewaltigung im Internet an. Schon in den 90er Jahren wurden solche Fälle von Kinderhandel in der Polizeiliteratur beschrieben, so etwas ist kein Einzelfall. In einem Buch, das von Unicef herausgegeben wurde, wird dargestellt, dass so etwas öffentlicher Alltag an der Grenze zu Tschechien ist – für deutsche Sextouristen.

Ich selbst beschäftige mich seit Jahren literarisch und psychologisch mit diesem Thema. In dem Projekt möchte ich den Schwerpunkt auf die Folgen für die Opfer legen und auf die Abwehrhaltung der Gesellschaft. Meine Rolle sehe ich am Anfang darin, Menschen zusammenzubringen, die unterschiedliche Fähigkeiten einbringen können. Das können künstlerische oder wissenschaftliche Fähigkeiten sein, aber auch kommunikative, handwerkliche und organisatorische Fähigkeiten können hilfreich sein. Im weiteren Verlauf des Projekts möchte ich dabei helfen, Zugangswege und Konzepte zu diesem Thema zu entwickeln.

Ich habe den Namen Dornröschengang gewählt, weil darin gleichzeitig Zerbrechlichkeit und Aggression enthalten ist. Wenn man in dieses Thema einsteigt, kommt man um die Auseinandersetzung mit diesen beiden Bereichen nicht herum. Ich will aber nicht festschreiben, dass das Projekt diesen Namen behalten muss. Es können auch neue Ideen dazu eingebracht werden.

Das Nachbarschaftsheim hat sich bereiterklärt, einen Raum für gemeinsame Treffen zur Verfügung zu stellen und wenn das Projekt gut anläuft, auch Gelder dafür zu beantragen.

Ich sehe gerade das Nachbarschaftsheim als einen passenden Ort für dieses Projekt, weil es darum geht, dass diese Verbrechen nicht irgendwo auf der Welt stattfinden, sondern direkt in unserer Nähe.